Farbton-Messung bei den Classic-Days auf Schloss Dyck
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03.08.10
Das 1. Augustwochenende verwandelte den englischen Landschaftsgarten in ein Oldtimer-Mekka.
In kaum einem anderen Concours d´Elegance war die Jury so hochkarätig besetzt wie bei den Classic Days am Schloss Dyck 2010. Für den Wettbewerb um das schönste Fahrzeug traten namhafte Juroren an, um die seltenen Fahrzeuge kritisch zu bewerten. Zu der Jury gehörten u.a. Jutta Benz, die Enkelin von Bertha Benz sowie Caroline Bugatti, Enkelin von Ettore Bugatti.
Laut Veranstalter, dem Verein Classic Days, war der Bugatti Royale Baujahr 1930 mit einem Versicherungswert von mehr als 20 Millionen Euro das teuerste der gut 5000 Autos, die von den rund 28 000 Besuchern rund um Schloss Dyck bestaunt wurden. Auch einige Werksteams wie Alfa, das Mercedes Benz Classic Zentrum und Porsche stellten nicht nur aus, sondern heizten mit prominenten Fahrern und geschichtsträchtigen Fahrzeugen über den Rundkurs. So auch Caroline Bugatti; an beiden Veranstaltungstagen fuhr sie eigenhändig ein Rennfahrzeug Ihres Großvaters. Über eine knapp 3 Kilometer lange Rundstrecke vor dem Schloss fuhren alte Schätzchen mit z.T. atemberaubendem Tempo an gut besetzten Tribünen vorbei. Trotzdem machten einige Schaulustige gleich neben der Strecke ein Picknick. Hinter ihnen, im Miscanthus-Feld, präsentierten sich zahlreiche Oldtimerclubs mit ihren betagten Automobilen.
Hier hatte sich der Wuppertaler Lackhersteller Standox bewusst publikumsnah platziert, um das Gespräch mit den Old- und Youngtimer-Besitzern zu suchen. So wurden an den beiden Tagen die Lacke von mehr als 100 Fahrzeugen coloristisch vermessen und zahlreiche lackspezifische Fragen beantwortet. Auch Schichtdicken und Glanzgrad-Messungen gehörten zu den Anforderungen der Fahrzeugliebhaber.
„Es stellte sich heraus, dass so manche „Selbstmedikation“ reine Geldverschwendung war“, schildert Ulrich Diederichs, Leiter Kommunikation bei Standox Deutschland. „So wurden für einen englischen Klassiker drei verschiedene Farbnuancen eines Farbtones bestellt, von denen keine passte. In der Folge hatte sich der Ärger auf den Lackhersteller verfestigt. Wie sich durch die Farbtonmessung des Standox-Teams herausstellte, lag der Eigner sowohl mit dem Farbton, wie auch den Nuancen falsch. Des Rätsels Lösung: Der Serienfarbton seines Triumphs war ein anderer, als der stolze Besitzer vermutete.
Bei offensichtlichen Umlackierungen konnten die Fachleute den Original-Farbton rekonstruieren. So wurden die Armaturenbretter eines VW Fridolin und zweier VW-Samba-Busse gemessen. Auch hier konnten die Lackspezialisten den Eignern bei der Ermittlung der Original-Töne helfen.
Bei anderen stellten sich die Lackierarbeiten „guter Freunde“ als nachteilig heraus; so wurden thermoplastische Altlackierungen mit modernen Lackmaterialien geduscht. Da zuvor kein Isoliergrund aufgetragen wurde, kam es zu unschönen Anquellungen. Nach Meinung der Standox Spezialisten hat die Aktion bewiesen, dass sich gerade Oldtimer-Besitzer an Profibetriebe wenden sollten. Denn es gehört eine Menge Detailwissen dazu, alten Klassikern zu neuem Glanz zu verhelfen. Bei seinem eigenen Jugendtraum Geld am falschen Ende zu sparen, lohnt in den seltensten Fällen. Denn Fachkenntnisse, die sich Profis in langen Jahren erarbeiten, können sich Laien nicht per Fernkurs aneignen.(http://standox.de/classic)